Laufen mit Asthma – Geht das wirklich?
Viele Menschen mit Asthma glauben, dass Laufen nichts für sie ist.
Zu schnell kommt die Atemnot, das Engegefühl in der Brust oder dieses pfeifende Atmen, das einem sofort Angst macht.
Und genau deshalb hören viele wieder auf – nicht weil sie nicht wollen, sondern weil sie sich unsicher fühlen.
Die Wahrheit ist:
Ja, du kannst mit Asthma laufen.
Aber nicht mit einem 08/15-Trainingsansatz.
Asthma bedeutet nicht „unsportlich“
Asthma ist keine Schwäche.
Es ist eine chronische Atemwegserkrankung, die auf Belastung, Kälte, trockene Luft oder Stress reagieren kann.
Das Problem ist nicht das Laufen an sich –
das Problem ist wie gelaufen wird.
Viele machen den Fehler:
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ohne Aufwärmen loszurennen
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zu schnell zu starten
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Warnsignale zu ignorieren
Und genau das führt dann zu Frust, Angst und Abbrüchen.
Warum Laufen mit Asthma oft scheitert
Aus meiner Erfahrung (und der vieler anderer Asthmatiker) scheitert es meist an drei Dingen:
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Kein angepasstes Warm-up
Kalte Muskeln + kalte Luft = Stress für die Atemwege -
Zu viel Ehrgeiz am Anfang
Tempo wird mit Fortschritt verwechselt -
Angst vor der nächsten Attacke
Diese Angst verschärft die Atmung zusätzlich
Die gute Nachricht:
All das lässt sich steuern.
Das richtige Warm-up ist der Schlüssel 🔑
Für Asthmatiker ist das Warm-up kein Extra, sondern Pflicht.
Ein gutes Asthma-Warm-up:
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bereitet die Atemwege vor
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reduziert das Risiko von Atemnot
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gibt dir Sicherheit für den Lauf
Ein bewährtes Prinzip ist:
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ruhige Atmung
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langsame Steigerung
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kurze Gehpausen
So kommt dein Körper in den Rhythmus, ohne in den Stressmodus zu schalten.
Run & Walk statt „durchziehen“
Einer der größten Gamechanger beim Laufen mit Asthma ist das Run-&-Walk-Prinzip.
Das bedeutet:
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Du wechselst bewusst zwischen Laufen und Gehen
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Dein Puls bleibt kontrollierbar
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Deine Atmung beruhigt sich regelmäßig
Das ist kein Rückschritt –
sondern der sicherste Weg nach vorne.
Viele Asthmatiker schaffen so nach und nach:
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längere Laufabschnitte
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mehr Vertrauen
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weniger Angst
Hör auf deinen Körper – nicht auf dein Ego 🚦
Beim Laufen mit Asthma gilt eine einfache Regel:
🟢 Alles gut → ruhig weitermachen
🟡 Unruhe / Enge → Tempo raus, gehen
🔴 Pfeifen / Druck / Schwindel → stoppen
👉 Abbrechen ist kein Versagen.
👉 Ignorieren ist das echte Risiko.
Mentale Komponente: Vertrauen kommt vor Tempo
Ein Punkt, über den kaum jemand spricht:
Die Angst vor Atemnot ist oft schlimmer als die Atemnot selbst.
Deshalb ist es so wichtig:
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kontrollierte Trainingsreize zu setzen
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kleine Erfolge zu sammeln
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sich nicht mit anderen zu vergleichen
Wenn dein Kopf weiß: „Ich habe einen Plan“,
bleibt auch deine Atmung ruhiger.
Kann Sport Asthma sogar verbessern?
Viele Betroffene berichten (und Studien deuten darauf hin), dass:
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regelmäßige, kontrollierte Bewegung
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die Belastbarkeit steigern kann
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das Körpergefühl verbessert
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und das Vertrauen in den eigenen Körper zurückbringt
Wichtig: nicht gegen das Asthma trainieren – sondern mit ihm.
Fazit: Laufen mit Asthma ist möglich
Laufen mit Asthma ist kein Mythos.
Es braucht:
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Geduld
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Struktur
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und einen Plan, der zu deinem Körper passt
Wenn du das Gefühl hast, dass du immer wieder scheiterst, dann liegt das nicht an dir –
sondern daran, dass dir bisher das richtige System gefehlt hat.